Harninkontinenz

Harninkontinenz

Harninkontinenz ist der ungewollte Verlust von Urin am falschen Ort und zur falschen Zeit – unabhängig von der Menge. In Österreich sind ca. 600 000 Frauen und Männer davon betroffen.

Nicht nur Verlust des Harns beeinträchtigt das Leben sondern auch das Gefühl andere Menschen könnten es bemerken.

Die Vermeidung von auslösenden Situationen wird zentraler Punkt im Leben. Einschränkung von körperlichen Aktivitäten bzw. Rückzug aus Öffentlichkeit oder Freundeskreis bis hin zur sozialen Isolation sind die Folge.

Harninkontinenz Dr. Jahn St. Valentin Amstetten

Einteilung der Harninkontinenz

– Belastungsinkontinenz (Streßinkontinenz)
– Dranginkontinenz (Urgeinkontinenz)

Diagnose

– einfache Befragung
– Körperliche Untersuchung
– Ultraschalluntersuchung
– Urinanalyse
– Erstellung eines Miktionstagebuches
– Je nach Notwendigkeit urodynamische Messungen (Fluss- und Druck-messungen an der Harnröhre und Blase) und Blasenspiegelung

Belastungsinkontinenz

Ursache ist ein insuffizienter Verschlußmechanismus der Harnröhre. Vereinfacht ausgedrückt ist der Schließmuskel der Harnblase als Teil des Beckenbodens zu schwach. Harnverlust tritt dann bei Sport, Husten, Lachen, Niesen, Treppensteigen oder auch beim Gehen, Laufen oder Aufstehen auf.

Konservative Therapie

– Toilettentraining
– Hilfsmittelversorgung („Einlagen oder Vorlagen“) nach Beratung
– Training der Muskulatur unter fachlicher Anleitung („Beckenbodentraining“)
– Elektrotherapie (Reizung der Muskulatur über vaginale / rektale Elektroden)
– Biofeedback
– Medikamente

Operative Behandlung

– Implantation eines sogenannten Stressbandes unter die Harnröhre
– Implantation eines Ballonsystemes unter der Harnblase
– Einlage eines künstlichen Schließmuskels

Dranginkontinenz

Häufiger und oft quälender Drang zum Urinieren mit Harnverlust vor Erreichen der Toilette wird als Dranginkontinenz bezeichnet. Im Volksmund wird dieser Zustand auch als „Reizblase“ bezeichnet.

Konservative Therapie

– Verhaltens- und Toilettentraining
– Vermeidung auslösender Medikamente (z.B. Diuretika)
– Kneif- und Entspannungsübungen für den Beckenboden
– Elektrostimulationstherapie durch Elektroden
– Medikamente zur Dämpfung des Blasenmuskels
– bei der Frau zusätzlich Hormone (Östrogene)

Operative Behandlung

– Elektrische Neurostimulation durch Stimulation der Sakralnerven
– Injektion von Neurotoxin in die Blase (Botulinumtoxin)
– Blasenoperationen